Was noch zu tun ist

Foto:Deutschlandfunk
Tschernobyl im April 1986: Eine schwere Explosion zerstörte den Reaktorblock II des Kernkraftwerks.
30 Jahre nach dem Atom-Gau von Tschernobyl geht es darum, den deutschen Atomausstieg verantwortungsvoll und sicher zu vollenden. Ein Namensbeitrag von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD).
Vor einigen Wochen habe ich Tschernobyl besucht. Verlassene Landstriche, der menschenleere Ort Pripyat und das Kraftwerksgelände selbst sind für lange Zeit Mahnmal für einen verheerenden Unfall. Hunderttausende Menschen leiden bis heute an den Folgen, sie sind krank oder haben kranke Angehörige. Ihre Heimat wurde zu einer verbotenen Zone. Manche mussten mit ihrem Leben bezahlen, Feuerwehrleute, Soldaten und Kraftwerksmitarbeiter. Um die Katastrophe zu begrenzen, sahen sie oftmals dem Tod ins Auge.
Die Geschichte der friedlichen Nutzung der Atomkraft war zu Beginn – in den 1950er Jahren - eine Geschichte großer Euphorie. Die enormen Risiken wurden unterschätzt und sind erst allmählich in das öffentliche Bewusstsein gedrungen. Auch die SPD hat lange auf die Verheißungen der Kernenergie gesetzt. Die Katastrophe von Tschernobyl, die sich heute zum 30. Mal jährt, war ein Wendepunkt in der Debatte um die deutsche Atompolitik. Die Katastrophe hat gezeigt, dass das „Restrisiko“ der Atomkraft keine theoretische, sondern eine sehr reale Größe ist. Sie gab all denjenigen Recht, die schon lange vor ihren Gefahren gewarnt hatten. In Whyl, in Brokdorf, in Wackersdorf und an vielen andere Orten.

