
Die kranken Krankenhäuser!
Große Hoffnung, dass sich der Personalmangel an den
Krankenhäusern mit der neuen Krankenhausreform ändern wird, haben Experten nicht. Es fehlen über 50000 Pflegekräfte.
Ganz klar äußert sich die Vorsitzende des MB-Landesverbandes Hessen Dr.med.Susanne Johna im Deutschen Ärzteblatt Dez.2015 : „ Wer sich hinstellt und mehr Qualität fordert, muss auch mehr Personal einstellen. Die jungen Kollegen erleben im ersten Jahr einen Kulturschock. Sie kommen von den Universitäten, sind hoch motitviert, müssen aber dann erleben, dass gar nicht der Patient im Mittelpunkt steht, sondern" ökonomische Daten“. Die Entscheidungskompetenz des Geschäftsführers müsse da aufhören, wo die Berufsordnung der Ärzte beginnt. “Wenn wir dort wieder hinkommen, haben wir auch die Qualität, die die Politik fordert.“
Kritisch gesehen wird auch die Schließung der Krankenhäuser. „Wer hat da eine Nulllinie definiert? “fragte Johna. Solange dies nicht geschehen ist, könne man weder von Über-noch Unterversorgung sprechen. “Wenn wir die Strukturen jetzt abbauen, werden wir sie in einigen Jahren wieder für viel Geld aufbauen müssen.“
Der Präsident des Deutschen Pflegerates Andreas Westerfellhaus sieht es so :
„Wir müssen verstehen, welche Ressourcen darin liegen, wenn Ärzte, Pflegende und andere Berufsgruppen gemeinsam auftreten und klarmachen, was geschieht, wenn wir nicht mehr können.“
Politik darf nicht nur fordern, sondern ist gefordert, auch in Leer. Nicht ohne Grund gehen MitarbeiterInnen der Krankenhäuser auf die Straße. Nicht ohne Grund werden täglich Arbeitsüberlastungsanzeigen abgegeben. Transparenz ist gefragt : bei den DRGs, bei den Personalschlüsseln, letztendlich im gesamten Gesundheitssystem.
Beate Stammwitz
