Auf unsere Fragen zu VW und dem DFB, gibt uns Markus folgende Antworten:
Jedes Unternehmen muss sich im In- und Ausland an Recht und Gesetz halten. Für mich ist es schon ein ungeheuerlicher Vorgang, wenn ein Vorzeige-Unternehmen aus Deutschland versucht hat, Umweltgesetze zu unterlaufen. Deshalb ist eine lückenlose Aufklärung dringend notwendig. Denn hier geht es nicht nur darum, Schaden vom Unternehmen und seinen Beschäftigten abzuwenden, sondern auch vom Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt. Die inzwischen angekündigte Rückrufaktion von manipulierten VW-Fahrzeugen schafft neues Vertrauen bei der Kundschaft und ist im Interesse des Unternehmens.
Die inzwischen angekündigte Rückrufaktion von manipulierten Fahrzeugen schafft bei den betroffenen Kunden Klarheit, dass ihre Fahrzeuge umgerüstet werden. Ich persönlich habe keinen Zweifel, dass VW der Aufforderung des Kraftfahrbundesamtes nachkommen wird. Mittlerweile hat die neue Konzernspitze von Volkswagen gezeigt, dass sie uneingeschränkt den Manipulationsskandal aufdecken will. Volkswagen hilft in der derzeitigen Krise nur Transparenz und Kulanz. Dann wird VW auch das verlorene Vertrauen zurückgewinnen, das Manager und nicht die Arbeitnehmer aufs Spiel gesetzt haben.
Die politischen Systeme in den USA und in Deutschland unterscheiden sich zum Teil erheblich. Bei uns hat sich die strikte Trennung von Gesetzgebung und Strafverfolgung bewährt. Die Ausschüsse und Mitglieder des Bundestages stehen in regelmäßigen Kontakt zu denen, die die Aufklärung vorantreiben. Das erscheint mir sinnvoller zu sein als eine öffentliche Show, die die Politik in den USA häufig aufführt. Wir werden unabhängig davon, ob die Personen im Bundestag Rede und Antwort stehen, politische Schlüsse daraus ziehen. Ich setze mich dafür ein, korrupte Manager auch mit dem persönlichen Vermögen haften zu lassen und in gewissen Fällen von öffentlichen Aufträgen und Förderprogrammen auszuschließen.
Nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Niersbach erwarte ich eine grundlegende Zäsur beim Deutschen-Fußball-Bund. Der Verband hat nun die Chance, die WM-Affäre unbelastbar aufzuklären. Allerdings ist Niersbach nur einer aus einem Kreis von Akteuren gewesen. Auch Franz Beckenbauer sollte endlich seine Zurückhaltung aufgeben und Antworten liefern, die für Klarheit sorgen. Mit seiner Aussage, er habe alles ungelesen unterschrieben, was man ihm vorgelegt habe, ist es nicht getan. Ich glaube, dass nicht nur Niersbach, sondern auch noch andere Personen involviert waren.
Der DFB und seine Gremien müssen nun für vollständige Aufklärung sorgen. Fans und Fußballer haben darauf einen Anspruch. Sie müssen wissen, was wirklich passiert ist, wer wen bezahlt hat und wofür. Eine Konsequenz aus dem Skandal muss meines Erachtens sein, dass man künftig seitens der Sport-Politik künftig dem Sport mit mehr kritischer Distanz begegnen sollte. Vor allem müssen wir Parlamentarier in der Zukunft bei der Förderung von Sportverbänden durch Steuergelder noch genauer hinschauen.