Solidarität mit Erzieherinnen und Erziehern

Ortsbesuch: Schwesig und Gabriel beim Kitastreik in Wetzlar (Foto: Michael Gottschalk / photothek.net)
Mittwochnachmittag in der Kita ‚Abenteuerland’ im hessischen Wetzlar: Anstatt Kindergeschrei hört man Trillerpfeifen, mit denen die streikenden Erzieherinnen und Erzieher auf ihre Forderungen aufmerksam machen. „Wir sind es wert“, steht auf einem Plakat. Mittendrin: SPD-Chef Sigmar Gabriel und Parteivize Manuela Schwesig.
Der Vizekanzler und die Familienministerin wollen sich über den bundesweiten Kita-Streik informieren. Sie wollen die Sorgen und Nöte der Streikenden anhören. Nicht per Aktenvermerk in Berlin, sondern direkt vor Ort. Persönlich und ungefiltert.
Frauenberufe’ aufwerten
Bereits in der letzten Woche hatte Gabriel deutlich gemacht, dass er eine bessere Anerkennung und Bezahlung von erzieherischen, sozialen und pflegerischen Berufen für richtig und überfällig hält. Berufe, die meist Frauenberufe sind. „Wir reden von anspruchsvollen und gesellschaftlich sehr bedeutenden Tätigkeiten“, so der Vizekanzler. „Das muss sich auch in der Attraktivität und letztlich in einer besseren Bezahlung ausdrücken.“
Gerade die Initiativen der SPD-geführten Ministerien in der Bundesregierung und der SPD-Bundestagsfraktion für gleichen Lohn bei Frauen und Männern zielen auf eine bessere Bezahlung in diesen Berufen ab, ergänzt Manuela Schwesig. Die Frauenministerin kritisiert, es könne nicht sein, „dass sogenannte ‚Frauenberufe’ im Schnitt viel schlechter bezahlt werden als angebliche ‚Männerberufe’“.
(Foto: Michael Gottschalk / photothek.net)
Gemeinsamer Kraftakt notwendig
Dass sich viele Kommunen als Träger der Kindertagesstätten in einer angespannten Haushaltslage befinden, ist der SPD durchaus bewusst. Deshalb, so der Vizekanzler, setze man sich auch für eine weitere Entlastung der Kommunen ein. „Einige deutliche Schritte haben wir dafür ja bereits getan“, stellt Gabriel fest. Gemeinsam mit Schwesig verspricht er den Streikenden, sich dafür einzusetzen, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam die Rahmenbedingungen für die Aufwertung sozialer Arbeit schaffen.
Darum geht es beim Kita-Streik:
Hintergrund des Streiks sind die bundesweiten Tarifverhandlungen für Sozial- und Erziehungsberufe. Die Gewerkschaften hatten die bundesweiten Tarifverhandlungen für diese Berufsgruppen für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung anberaumt. Dabei sprachen sich mehr als 90 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für einen unbefristeten Streik aus.
Streitpunkt ist vor allem eine neue Entgeltordnung zur Aufwertung sozialer Berufe. Davon betroffen sind unter anderem Erzieher, Kinderpfleger, Heilpädagogen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen. Ver.di verlangt eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Sollten sich die Gewerkschaften durchsetzen, würde dies im Schnitt ein Einkommensplus von etwa zehn Prozent bedeuten.
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