Jetzt sind wir endgültig im Wahlkampf angekommen.
Die gegenseitigen Schuldzuweisungen haben ihren Höhepunkt
erreicht. Die Datenaffäre, die viele Bürger jetzt beunruhigt, ist zu
einem Thema gegeseitiger Beschuldigungen verkommen.
An intensive Aufklärung scheint keinem mehr gelegen.
Die SPD glaubte diese Affäre zum Wahlkampfthema zu machen
und griff Ronald Pofalla und die Kanzlerin scharf an. Durch das
lange Schweigen der Regierung begünstigt.
Doch nun wird immer mehr deutlich, dass die Ausspähungen bei
uns in Deutschland nicht vom US-Geheimdienst NSA sondern vom
Bundesnachrichtendienst BND durchgeführt wurden, und das
von Bad Aibling in Bayern aus. Es heißt zwar vom BND, dass dies
nur die Auslandskommunikation betrifft, und dass die Daten,
die den Amerikanern geliefert wurden, um Namen bereinigt,und
keine Deutschen ausgespäht wurden.-Doch wem kann man da
noch glauben, und wen interessiert es noch?.
Im Augenblick hat man einen weiteren Schuldigen gefunden, den
früheren Kanzleramtsminister und damaligen Koordinator der
Geheimdienste Frank-Walter Steinmeier.
Er soll die Basis für die Zusammenarbeit der Geheimdienste
BND und NSA 2002 zu Zeiten der "uneingeschränkten Solidarität"
(9/11), unter Kanzler Schröder gelegt haben.
Jetzt drischt die Union und besonders Die Linke auf die SPD ein.
Nein, dies ist kein Wahlkampfthema und dies war kein Wahlkampf-
thema.---Hier muss Aufklärung oberste Priorität sein und die
Politiker jedweder Couleur gehören an einen Tisch, um politische
und rechtliche Konsequenzen aus der Affäre zu ziehen,um den
Artikel 10 unseres Grundgesetzes, der das Post-und Fernmelde-
geheimnis betrifft, so zu korrigieren, dass es endlich für immer
geschützt ist.
Horst Bohlen

1. Vorsitzender: Andreas Kunstreich-Deutsch
„Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“
Willy Brandt, 15. September 1992
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