
Heute versammeln wir uns, um der Menschen zu gedenken, die in Krieg und Gewalt ihr Leben verloren haben. Die Erinnerung ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern eine Mahnung, damit sich solche Gräueltaten nie wiederholen.
Wir erinnern der Toten, Gefallenen und Vermissten des 1. Weltkriegs. Wir erinnern an die Tragik des Zweiten Weltkriegs und an den Nationalsozialismus, der unvorstellbares Leid über Millionen Menschen brachte.
Wir erinnern uns daran, wie wichtig Wachsamkeit, Verantwortung und der Einsatz für Freiheit, Würde und Rechtsstaatlichkeit sind – damit Hass, Antisemitismus und Gewalt niemals wieder Normalität werden.
Weltweit trifft Gewalt vor allem die Schwächsten – Frauen, Männer, Kinder – niemals sollten politische Interessen das menschliche Leid rechtfertigen.
Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie Teil einer Minderheit waren, weil sie wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität, oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten, Polizisten und anderen Einsatzkräfte, die im Einsatz für unser Land ihr Leben verloren.
Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserem Land.
Frieden ist kein Selbstläufer; er braucht Mut, Geduld und gemeinsame Verantwortung. Lasst uns nicht aufhören alles zu tun, damit Frieden Wirklichkeit wird. Ich denke wir sehen alle mit Besorgnis auf die Entwicklungen der politischen Situation in Europa und weltweit.
Möge die Erinnerung uns Mut geben, Brücken zu bauen statt Mauern, zuzuhören statt zu beschuldigen, und Wege zu finden, Gewalt zu beenden und menschliches Leid zu verringern. Mögen Hoffnung, Würde und Menschlichkeit stärker sein als Hass und Resignation.
In stillem Gedenken für alle, die verloren gingen, und in der Verpflichtung für Frieden einzustehen.
(Offizielles Todesgedenken 2025)
