TTIP-Abkommen.
Eine Freihandelszone von San Francisco bis
Bukarest.
Allein ca. 200.000 neue Arbeitsplätze in Deutsch-
land? Wohlklingend---doch aufgepasst.!
Ein Beitrag von Horst Bohlen
TTIP-Abkommen.
Eine Freihandelszone von San Francisco bis
Bukarest.
Allein ca. 200.000 neue Arbeitsplätze in Deutsch-
land? Wohlklingend---doch aufgepasst.!
Ein Beitrag von Horst Bohlen
TTIP steht für "Transatlantic Trade and Investment
Partnership" aus Deutsch Transatlantische Handels-
und Investitionspartnerschaft. Es bedeutet ein offener
Markt für über 800 Millionen Menschen, mehr als ein
Drittel der Weltwirtschaftsleistung.
Zur Zeit tauschen schon die EU und die USA jährlich
Waren im Wert von ungefähr 500 Milliarden Euro aus,
dies sind z.B. Maschinen, Chemieprodukte und Autos.
Hierfür werden hüben wie drüben Zölle fällig, die zu-
künftig wegfallen sollen. Neben dem Wegfall der Zoll-
schranken soll mit dem Abkommen erreicht werden,dass
bürokratische Barrieren fallen. So z.B. in der Autoindu-
strie,wo in den USA andere Standards gelten als in
Europa. Bei Exportfahrzeugen in die USA muß z.B. der
Außenspiegel des Fahrzeugs, der Blinker und der Crash-
test anders aus-bzw. durchgeführt werden, als bei
deutschen Fahrzeugen. Dies bedingt in der Herstellung
Doppelarbeit, die bei einer Standardisierung sonst nicht
nötig ist.--Doch dies führt natürlich auch zu einer
weiteren Automatisierung und bringt nicht unbedingt
neue Arbeitsplätze.
Es ist dies allerdings nur der eine Teil des TTIP-Ab-
kommens, viel wichtiger ist, dass Unternehmen einen
neuen zusätzlichen Rechtsweg bekommen sollen.
Das Schlagwort heißt hier Investoren-Schutz.
Es bedeutet, dass Konzerne aus den USA sich nicht
mehr an deutsche Verwaltungsgerichte zu wenden
bräuchten, wenn sie Klage gegen die Handlungen einer
hiesigen Kommune, Landesregierung oder das Gesetz
eines Parlaments erreichen wollten.
Stattdessen soll ein kleines Sondergericht aus Wirt-
schaftsjuristen den Fall zur Klärung bringen.
Diese Variante stünde natürlich auch deutschen Unter-
nehmen in Nordamerika offen.
Im Klartext bedeutet das, und das ist wichtig, dass
mächtige Wirtschaftsinteressen die unabhängige Justiz
unseres Rechtsstaates aushebeln können, und dabei
kann es sich auch um Gesetze handeln, die eigentlich
dem Gesundheits-Verbraucher-oder Umweltschutz
dienen.- Es würde dann schwer werden, unsere Stan-
dards für Lebensmittel, Arbeitnehmerrechte, Umwelt-
und Verbraucherschutz aufrecht zu erhalten, oder gar
zu erhöhen.
Nun hat unser Wirtschaftsminister der SPD zusammen
mit dem DGB sogenannte "Rote Linien" bei den Verhand-
lungen eingezogen und erklärt, was mit der SPD nicht
zu machen ist. Doch wir sollten bedenken, hier verhan-
delt die EU-Kommission mit den USA und nicht der
deutsche Wirtschaftsminister. Die Mehrheiten in Brüssel
sind andere, und in Deutschland befürwortet die CDU-
CSU das Freihandelsabkommen inklusive Investorenschutz.
Vielleicht kann hier eine außerparlamentarische Protest-
bewegung Abhilfe schaffen, die immer mehr an Einfluss
gewinnt. Sie will eine europaweite Abstimmung gegen
beide Freihandelsabkommen (auch mit Kanada) organi-
sieren. --- Hier sollten wir uns beteiligen, um zu ver-
hindern, dass eine Machtverschiebung von gewählten
Parlamentariern zu multinationalen Konzernen stattfindet.
Lasst uns verhindern, dass Parlamentsdebatten ersetzt
werden durch eingesetzte Schiedsstellen aus Anwälten
internationaler Kanzleien.
Beteiligung unter www.campact.de ist möglich.
Horst Bohlen

1. Vorsitzender: Andreas Kunstreich-Deutsch
„Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“
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