Bei allem Unmut über die Schließung von
Sparkassenfilialen in den Landkreisen Leer
und Wittmund, verwechseln wir nicht "Roß
und Reiter"?
Ein Beitrag von Horst Bohlen
Bei allem Unmut über die Schließung von
Sparkassenfilialen in den Landkreisen Leer
und Wittmund, verwechseln wir nicht "Roß
und Reiter"?
Ein Beitrag von Horst Bohlen
Am Donnerstag den 21.08.2014 wurde in der SPD
Geschäftsstelle in Leer eine Kreisvorstandssitzung abge-
halten. Hauptthema war, wie könnte es anders sein, die
Schließung von 9 Sparkassenfilialen im LK-Leer/Wittm.
Gekommen waren der Vorstandsvorsitzende Heinz Feld-
mann und Erhard Meyer von der Spark.Leer/Wittmund.
Doch diese beiden Herren saßen nach meiner Meinung
zu Unrecht auf der "Anklagebank", denn dort gehört
eigentlich der Verwaltungsrat der Sparkasse hin,denn
der Vorstand hat seine Aufgabe für die Sparkasse
ordentlich erfüllt; er ist vom Verwaltungsrat einge-
setzt, um für das wirtschaftl. Fortbestehen der Spar-
kasse und das wohl der Mitarbeiter zu sorgen.
Bei aller Schließungskritik sollte man einer wertfreien
Betrachtungsweise der Strukturen der Sparkasse aufge-
schlossen sein. Wichtig dabei ist,die Sparkasse Leer
Wittmund ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts.
Träger der Sparkasse ist der Sparkassenzweckverband
Leer/Wittmund. An dem Zweckverband sind der LK-Leer
zu 7/18 , der LK-Wittmund zu 6/18, die Stadt Leer
zu 4/18 und die Stadt Weener zu 1/18 beteiligt.
Hauptorgane der Sparkasse sind der Vorstand und der
Verwaltungsrat. Die Mitglieder des Verwaltungsrats
wurden berufen von der Verbandsversammlung, die aus
den Hauptverwaltungsbeamten (Landrat) der LK-Leer
und Wittmund und 32 weiteren Vertretern bestehen.
LK-Leer 13 Personen,LK-Wittmund 11, Stadt Leer 7
und Stadt Weener eine Person.
Der Verwaltungsrat der Spark.Leer/Wittmund ist das
entscheidende Organ. Zu seinen vielen Aufgaben gehört
auch folgendes: "Der Verwaltungsrat stellt die Mitglieder
des Vorstands für die Dauer von fünf Jahren an. Er be-
schließt über den Neubau und Umbau von Verwaltungs-
gebäuden nach Maßgabe der Wertgrenzen seiner
Geschäftsordnung".(siehe Nieders.Sparkassengesetz)
Weiterhin, und das ist jetzt sehr wichtig," beschließt der
Verwaltungsrat über die Errichtung, Übertragung, Ver-
legung und Auflösung von Zweigstellen."
In diesem Verwaltungsrat sitzen auch Vertreter der
politischen Parteien, SPD,CDU,Grüne, die sich fragen
lassen müssen,wie gehen sie mit dem Vertrauen der
Menschen in die Ausrichtung der Sparkassen am Gemein-
wohl um, wenn solche Entscheidungen nur nach
wirtschaftlichen Interessen getroffen werden.
Sparkassen unterscheiden sich nämlich von privaten
Banken dadurch,dass die Erzielung von Gewinn nicht der
Hauptzweck des Geschäftsbetriebs ist. Leitmotiv ist
die Gemeinwohlorientierung.
Der Vorsitzende des Verwaltungsrates könnte eine
Sitzung einberufen und die Schließung der Filialen neu
überdenken.Die Befugnis zur Korrektur hat der Verwal-
tungsrat, denn der Name Sparkasse steht für Enga-
gement für die eigene Region, Finanzdienstleistungen
für alle und eine gemeinnützige Verwendung von Gewinnen.
Wir Bürger sollten nun aber auch nicht der Sparkasse
den Rücken kehren und mit "den Füßen" abstimmen, wie
vielfach zu lesen war, denn eine geschwächte Sparkasse
die im Bankenwettbewerb nicht mehr bestehen kann,
nützt niemandem. Bleiben wir trotz Frust auch ehrlich,
denn ein bisschen Mitschuld tragen auch wir.
Stichwort: home banking.
Horst Bohlen

1. Vorsitzender: Andreas Kunstreich-Deutsch
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