Willi Herold - der „Henker vom Emsland“
Er nannte sich Hauptmann Willi Herold. Selbsternannt, 19 Jahre alt, in der gefundenen Uniform eines Hauptmanns der Luftwaffe übernahm er, verblendet durch die Nazis, das Kommando eines Schreckensregimentes im Strafgefangenenlager Aschendorf im Emsland. Innerhalb weniger Tage wurden 100 Häftlinge, zum Teil eigenhändig, von Herold, erschossen. Insgesamt ermordete er ca. 200 Menschen. Nach der Zerstörung des Lagers durch einen Luftangriff und Flucht der Häftlinge, zog es Herold nach Leer, Ostfriesland.
Am 25.04.1945 erschoss Willi Herold durch Genickschuss fünf niederländische Widerstandskämpfer, die nach einem widerrechtlichen Standgericht im Leeraner Rathaus unter dem Vorwurf der Spionage inhaftiert worden waren. Nach einem 10-minütigen „Prozess“ stand das Urteil fest.
Sie wurden zum Hinrichtungsplatz am „Alten Weg“ in den Westerhammrich nach Heisfelde gebracht, und nachdem sie ihre Gräber selbst ausheben mussten, dort ermordet und verscharrt.
Herold wurde am 14.November 1946 mit der Guillotine hingerichtet.
Eine Gedenktafel mit den Namen der ermordeten Niederländer wurde am Hinrichtungsort und am Leeraner Rathaus angebracht. Wir gedachten am 25.04.2025 Kornelis Fielstra, Johannes Kok, Carolus Magermans, Johannes Magermans und Johannes Verbiest, Opfer eines verbrecherischen Regimes, Opfer sinnloser Gewalt und Opfer eines mörderischen Krieges.
Helmut Burghardt, Silke Menge und Beate Stammwitz vom SPD OV Heisfelde-Nüttermoor trafen sich mit einer Delegation der Stadt Leer, Bgm Klaus-Peter Horst und Kees Fielstra, dem Sohn des kurz vor Kriegsende ermordeten Kornelis Fielstra, im Westerhammrich an der Gedenkstätte. Die Tochter von Kees und Freunde waren zur Gedenkfeier und dem anschließenden Vortrag von Frau Horstmann im Festsaal des Leeraner Rathauses aus den Niederlanden nach Leer gekommen.
Evert Schüdde,
Zeit- und Augenzeuge des Verbrechens, verstarb leider am 27.04.24. Er nahm immer an der Gedenkfeier teil und berichtete uns erschüttert über das damalige Verbrechen. Unser Gedenken galt heute auch ihm.
Fotos: Helmut Burghardt /Text: Beate Stammwitz
Eigener Bericht: B.Stammwitz
