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Die Hand gegen Fracking
Lieber Markus,
die Regierungsparteien haben sich auf ein Gesetzespaket zu Fracking geeinigt. Obwohl Fracking nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums keinen nennenswerten Beitrag zu unserer Energieversorgung leisten kann, soll die gefährliche Fördermethode mit dem Gesetzesentwurf ermöglicht werden.
Da Du meinen Wahlkreis im Bundestag vertreten, beantworten Sie mir bitte folgende Frage: Bist Du für Fracking oder für Umweltschutz? Vertritts Du die Interessen der Energielobby oder die der BürgerInnen?
Zwar rühmt sich die Umweltministerin, die strengsten Regelungen im Bereich Fracking vorzulegen, die es je gab. Doch der Gesetzesentwurf enthält zahlreiche Schlupflöcher, die der Energieindustrie Raum geben, ihre betriebswirtschaftlichen Interessen auf Kosten von Natur- und Klimaschutz sowie Gesundheit und Lebensqualität von uns BürgerInnen zu verfolgen.
Dazu gehören insbesondere die folgenden Punkte:
• Fracking zur Förderung von Tight Gas bleibt erlaubt, obwohl hier ähnlich viele Umweltrisiken bestehen wie bei der Förderung von Kohleflöz- oder Schiefergas.
• Tight Gas-Fracking wird sogar in Natura 2000-Gebieten erlaubt.
• Probebohrungen werden auch oberhalb der 3000-Meter-Grenze zugelassen.
• Kommerzielles Schiefergasfracking wird ab 2018 möglich, sofern eine Expertenkommission mehrheitlich erklärt, dass das spezifische Vorhaben „grundsätzlich unbedenklich“ ist.
• Die Entsorgung des mit hochgiftigen Stoffen belasteten Lagerstättenwassers wird nicht klar reguliert. Auch nach der neuen Regelung kann es unbehandelt in den Boden verpresst werden.
Bezieh öffentlich Stellung und setzen Dich sich für ein Verbot von Fracking ein! Fordere die Nachbesserung bei allen oben genannten Punkten! Stimme im Bundestag nicht für ein Fracking-Ermöglichungsgesetz! Beuge Dich sich nicht der Koalitionsdisziplin!
Mit freundlichen Grüßen
Beate Stammwitz
Die Antwort von Markus gibt es in der nächsten Woche.
