Heute vor 50 Jahren: SPD-Ostpolitik bekam ihren Namen
15. Juli 2013
„Wandel durch Annäherung"
Politische Freunde und enge Vertraute: Egon Bahr und Willy Brandt. (Foto: DPA)
Vor 50 Jahren gab Egon Bahr der Ostpolitik unter dem späteren Bundeskanzler Willy Brandt seinen Namen: „Wandel durch Annäherung". Seine „Tutzinger Rede" ging in die Geschichte ein. Brandt, damals noch Regierender Bürgermeister von Berlin, und sein Mitarbeiter Bahr machten sich 1963 auf den richtigen Weg, um den Kalten Krieg zu beenden.
Egon Bahr ist heute 91 Jahre alt. Als der SPD-Politiker an einem Sommertag am Starnberger See vor Teilnehmern einer Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing eine Rede hielt, war er 41. Es war der 15. Juli 1963. Der einstige Journalist und RIAS-Chefkommentator war mittlerweile Senatssprecher unter dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt.
Was 1963 noch Konzept war, setzte Willy Brandt als Bundeskanzler ab 1969 in Politik um. Hier das 4. Kapitel des SPD-Films zur 150-jährigen Parteigeschichte: "Wenn du was verändern willst…" (1969 bis heute):
Alle vier Kapitel des Films "Wenn du was verändern willst..."
Willy Brandt und Egon Bahr ging es 1963 darum, den richtigen Weg zur Wiedervereinigung zu finden. Ein Ende der Teilung führe über die Zustimmung der Sowjetunion, so ihre Überzeugung. Diese Erkenntnis sei „zwar rasend unbequem und geht gegen unser Gefühl", so Bahr. Aber sie sei logisch. Einstweilen müsse es also darum gehen, die „Zone" mit Zustimmung der Sowjets zu transformieren: „Wenn wir soweit wären, hätten wir einen großen Schritt zur Wiedervereinigung getan."
Bahr stellte die Frage, ob es nicht die Möglichkeiten gebe, dem Regime die Sorgen graduell so weit zu nehmen, dass auch die Auflockerung der Grenzen und der Mauer praktikabel würden. „Das ist eine Politik, die man auf die Formel bringen könnte: Wandel durch Annäherung", so Bahr.
Mehr zu Egon Bahr und die Bedeutung seiner "Tutzinger Rede" auf www.150-jahre-spd.de