Albrecht Weinbergs Geburtstagswunsch wird wahr: Die Stadt kauft das Grundstück der ehemaligen Synagoge an der Heisfelder Straße.
Die Stadtverwaltung hat sich mit Eigentümer Helmut Wittrock (Rhede) auf den Kauf geeinigt. Am Mittwochabend stimmt auch der Verwaltungsausschuss diesem Vorhaben zu. Vorrangiges Ziel ist es, dieses historisch bedeutsame Areal wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen. In der Pogromnacht 1938 war dort das Gotteshaus als einstiger Mittelpunkt des jüdischen Lebens in Leer von den Nationalsozialisten niedergebrannt worden.
Die Verhandlungen gestalteten sich anspruchsvoll. Am Ende zeigte sich Helmut Wittrock jedoch kompromissbereit und kam der Stadt in entscheidenden Punkten entgegen: „Nach dem Besuch bei Albrecht Weinberg und den weiteren Gesprächen wurde uns klar, dass wir das Grundstück nicht bebauen, sondern mit dazu beitragen, dass etwas Gutes und Bedeutungsvolles für die Stadt und ihre Geschichte entsteht. In diesem Zusammenhang möchten wir uns auch bei dem Bürgermeister für die Gespräche bedanken“.
„Wir sind Herrn Wittrock sehr dankbar, dass er unser Angebot angenommen hat und uns damit ermöglicht, dieses für die Stadt sehr wichtige Vorhaben umzusetzen“, sagt Bürgermeister Claus-Peter Horst, der die Verhandlungen in Absprache mit dem Stadtrat geführt hatte.
Ein Gedenkort auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge ist der große Wunsch des Leeraner Ehrenbürgers und Holocaustüberlebenden Albrecht Weinberg, der am 7. März seinen 101. Geburtstag feiern wird. Seit Jahren sammelt er bereits Geld, um dieses Anliegen zu unterstützen. Weinberg selbst hatte in der Leeraner Synagoge noch kurz vor ihrer Zerstörung als Jugendlicher die „Bar Mizwa“ feiern dürfen (eine jüdische Feier, die den Übergang zum religiös mündigen Erwachsenen symbolisiert).
Claus-Peter Horst betont: „Wir sind sehr froh, dass wir Albrecht Weinberg seinen Geburtstagswunsch erfüllen können.“ Text und Foto: Stadt Leer
Das Foto zeigt (v.l.): Gerda Dänekas, Helmut Wittrock, Ehrenbürger Albrecht Weinberg, Bürgermeister Claus-Peter Horst und Stadtbaurat Jens Lüning vor dem Gebäude, hinter dem sich das Synagogengrundstück befindet.
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