
Repowering im WP Hohegaste
Im Ausschuss für Stadtentwicklung sind die Ausbaupläne der
Windparkbetreiber Hohegaste gebilligt worden, nach
erheblicher, auch fraktionsinterner Kontroverse. Trotz einer
Vielzahl von Einwendungen gegen dieses Repowering-Projekt
wurde die weitreichende Entwurfsplanung mit nur marginalen
Änderungen verabschiedet, gleichwohl der Lk Leer als regionale
Planungsinstanz diese Fläche als „nicht unproblematisch“
einstuft. Der Bürgerwille bleibt auf der Strecke, weil SPD und
Grüne es so wollen( OZ vom 18.06.15). Maßgeblich ist allein die
Feststellung der Befürworter, dass die gesetzlichen Vorgaben
(gerade noch) eingehalten werden, mit jetzt schon absehbaren
temporären Abschaltungen der WEAs, weil die Gefahr der
Überschreitung von Grenzwerten (Lärm, Schattenwurf) droht.
Völlig ausgeblendet wird die Tatsache, dass es derzeitig übliche
Praxis ist, dass im Rahmen des Einspeisemanagements die
WEAs existierender Windparks vielfach abgeschaltet werden,
da eine Instabilität im Stromnetz droht. Der zukünftig
hochgerüstete WP Hohegaste wird mit seiner dreifach größeren
Stromproduktion gegenüber dem bisherigen Status verstärkt
Gefahr laufen, des Öfteren keine Einspeisung vornehmen zu
können. Die WP- Betreiber brauchen sich allerdings nicht zu
sorgen, da die Ertragsausfälle durch den
Anschlussnetzbetreiber erstattet werden! Im Klartext: Das
vollmundig als klimaverbessernde Investitionsmaßnahme
gepriesene Repowering füllt auf jeden Fall die Taschen der
WP-Betreiber, die Eingriffsfolgen tragen die Anwohner von
Heisfelde, Hohegaste und Nüttermoor, ohne
Ausgleichsleistungen, aber mit Belastungen! Spätestens an
dieser Stelle sollten die Fraktionen im Stadtrat hellhörig werden.
Und von einem Bürgerwindpark kann hier keinesfalls die Rede
sein, die Profiteure bleiben unter sich, vertrauen auf ihre
gutachterlichen Expertisen und den Fahrtwind der
Energiewende, unter Hintanstellung der Bürgerbedenken, und
es steht zu befürchten, dass sie damit durchkommen.
Ludwig Hegemann