Die Flutkatastrophe läßt keinen kalt

Veröffentlicht am 14.06.2013 in Allgemein
Flutkatastrophe in Deutschland

13. Juni 2013 09:24 - Marnie Gräber

Hilfe aus ganz Deutschland

Zeigten Solidarität gegen das Hochwasser: Das Team der Dachdeckerei Ahlf aus Neuenkirchen. (Foto: Privat)

Sie kommen aus allen Himmelsrichtungen, um zu helfen: Tausende Helfer sind derzeit in den von der Flut betroffenen Gebieten im Einsatz. Drei davon sind Kai (27) aus Hannover, Katharina (24) aus Berlin und Dennis (34) aus Neuenkirchen.

„Ich habe durch die Medien erfahren, dass sie im Landkreis Lüchow-Dannenberg jede Unterstützung gebrauchen können“, erklärt Dachdeckermeister Dennis Ahlf aus Neuenkirchen. Am vergangenen Montag informiert der Unternehmer seine Kunden und fährt mit seiner 13-köpfigen Mannschaft in den überfluteten Süden Niedersachsens.

Hunderte zeigen Solidarität gegen Hochwasser

Mit im Gepäck: 20 Säcke Sachspenden. „Wir haben in unseren Bekanntenkreisen nachgefragt und außerdem einen Aufruf über Facebook gestartet“, erklärt Dennis. Die Klamotten und Spielsachen können die Menschen aus Lüchow-Dannenberg gut gebrauchen. In dem Hochwassergebiet übersteigt der Pegel der Elbe die Marke der Jahrhundertflut von 2002. Städte wie Hitzacker stehen komplett unter Wasser.

In dem nahe gelegenen Kieswerk Tramm füllt der Dachdecker mit seinem Team von sechs Uhr morgens bis zum Abend Sandsäcke – er ist begeistert von der großen Solidarität. „Hunderte Helfer haben den ganzen Tag angepackt. Ganze Schulklassen kamen, um ihre Hilfe anzubieten“, so Dennis.

Kay Morgenstern hat im Kieswerk Tramm hunderte Sandsäcke gefüllt. (Foto: Privat)
Auch Kay Morgenstern ist an diesem Tag extra aus Hannover angereist. Der 27-Jährige hatte sich vorab über die Facebook-Seite „Hochwasser Niedersachsen“ informiert, wo dringend Freiwillige gebraucht werden. „Ich hatte frei und wollte nicht untätig zu Hause sitzen während andere um ihr Hab und Gut bangen“, erklärt Kay.Betroffene der Flutkatastrophe sorgen für Feldbetten800 Helfer, so seine Schätzung, füllen im Kieswerk Tramm  an diesem Montag Stunde für Stunde Sandsäcke, um den Damm gegen das Elb-Hochwasser zu schützen. Für Verpflegung und Feldbetten – die vor Ort aufgestellt werden – sorgen die Anwohner.„Uns wurden sogar Schlafplätze in den Häusern der Betroffenen angeboten“, erzählt Kay. „Mich hat der Zusammenhalt begeistert. Die Freiwilligen kamen aus allen Himmelsrichtungen.“ Es ist weit nach Mitternacht, als er sich mit seinem Arbeitskollegen wieder auf den Heimweg macht.Große Solidarität erfuhr in den letzten Tagen auch die Stadt Magdeburg: Hunderte Freiwillige packten an, um den Anwohnern der flutgeplagten Stadt zur Seite zu stehen. Mit dabei: Katharina Jahn aus Berlin. Die Studentin ist in der nahegelegenen Kleinstadt Wolmirstedt geboren und „wollte nicht tatenlos zu sehen“ wie ihre Heimat ertrinkt.



„Es ist beruhigend, dass so viele helfen"Katharina Jahn kämpfte in Magdeburg gegen das Hochwasser.

Mit Freunden fährt die 24-Jährige am vergangenen Freitag nach Magdeburg – und braucht vier Anläufe um einen Ort zu finden an dem noch nicht genügend Freiwillige mit anpacken. „Wir liefen zwei Stunden durch die Stadt bis man uns im Stadteil Rothensee sagte, dass hier noch Leute benötigt werden.“


Auch in Rothensee sind an diesem Morgen bereits 450 Helfer im Einsatz. „So schlimm die Lage für die Anwohner und auch für meine Familie ist, es ist beruhigend zu wissen, dass so viele Menschen Anteil nehmen und helfen“, so Katharina. Die Bilder aus Magdeburg wird sie so schnell nicht vergessen: „Der Pegel der Elbe war bei über sieben Metern. Die Wassermassen sind einfach überall.“

 

 

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