„Die SPD verneigt sich vor Günter Grass“

Veröffentlicht am 11.04.2015 in Allgemein
Zum Tod des Jahrhundertautors

13. April 2015

 

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Ein Jahrhundertautor: Nobelpreisträger Günter Grass ist tot. Foto: Zeit.de

 

Mit der „Blechtrommel“ schrieb Günter Grass Weltliteratur. Lebenslang schaltete er sich leidenschaftlich in gesellschaftspolitische Debatten ein. Jetzt ist der große deutsche Nachkriegsautor und Nobelpreisträger mit 87 Jahren in Lübeck gestorben. „Die deutsche Sozialdemokratie verliert einen Wegbegleiter, engen Freund und Ratgeber“, sagt der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. „Die SPD verneigt sich vor Günter Grass.“

Die Erklärung von Sigmar Gabriel im Wortlaut:

„Wir trauern um Günter Grass.

Die deutsche Sozialdemokratie verliert einen Wegbegleiter, engen Freund und Ratgeber. Mit ihm verlieren wir einen der bedeutendsten Schriftsteller der deutschen Nachkriegsgeschichte und einen engagierten Autor und Kämpfer für Demokratie und Frieden.

Die SPD verdankt Günter Grass viel: Der Literaturnobelpreisträger war jahrzehntelang, seit seiner legendären Freundschaft mit Willy Brandt, ein Ratgeber und Wahlkämpfer der Sozialdemokratie. Seit den 1960er Jahren hat sich Günter Grass in zahllosen Bundes- und Landeswahlkämpfen engagiert, Menschen bewegt und das bisweilen scharfe Wort geführt. Mit dem „Wahlkontor Deutscher Schriftsteller“ wurde Günter Grass zum „Spiritus Rector“ der Verbindung zwischen SPD und Intellektuellen, die das geistige Klima in Deutschland nachhaltig prägte und beitrug zu den Wahlsiegen von 1969 und 1972.

Sein literarisches Schaffen hat Weltrang. Damit hat er unser Land verändert, im besten Sinne aufgeklärt. Seine oft streitbaren Einwürfe und Interventionen in verschiedenen Initiativen haben die politische Kultur in Deutschland bunter und reicher gemacht und das Verhältnis von Politik und Kultur gewandelt.

Daran hatte sich bis zuletzt nichts geändert: noch Ende Februar veranstaltete er mit jüngeren Autorinnen und Autoren in Lübeck das jährliche Literaturtreffen politischer Gegenwartsautoren. Günter Grass konnte als „public intellectual“ auf ein literarisch und politisch einzigartiges Leben zurückblicken – bis zuletzt war er künstlerisch tätig und brachte sich als politischer Bürger ein in die großen gesellschaftlichen Debatten.

Ohne seine mahnende Stimme für mehr Toleranz, seinen Willen zur Einmischung und seinen regelmäßigen politischen Interventionen wäre unser Land ärmer.

Wir trauern mit seinen Angehörigen. Die SPD verneigt sich vor Günter Grass.“

 

SPD Ortsverein-Heisfelde-Nüttermoor

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Willy Brandt, 15. September 1992

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