Presseschau:„Der Mindestlohn funktioniert“

Veröffentlicht am 11.04.2015 in Presse
 

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 April 2015

Auch die Presse stellt drei Monate nach der Einführung fest: Der Mindestlohn funktioniert – allen Schreckensszenarien zum Trotz. Viele Beschäftigte werden besser entlohnt, die Wirtschaft ist nicht kollabiert. Ein Überblick:

  • Frankfurter Rundschau

Mindestlohn als Chance


„Der Ruf des Gastgewerbes ist ramponiert. Für das Image und den Wettbewerb ist der Mindestlohn ein Gewinn. (...) Allen lautstarken Warnungen und düsteren Prognosen zum Trotz, hat sich der Mindestlohn keineswegs negativ am Arbeitsmarkt bemerkbar gemacht: Im März 2015 ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf ein 24-Jahres-Tief gesunken. (...) Dabei ist (...) die korrekte Arbeitszeiterfassung wahrlich keine unlösbare Aufgabe. Reicht es doch, Beginn und Ende der Arbeit handschriftlich festzuhalten und diese Stundenzettel bei Bedarf den Kontrolleuren vorlegen zu können: Aufschreiben, Löcher rein, abheften – eine Sache von wenigen Minuten. Angesichts dessen ist das laute Zetern des Dehoga nicht nur übertrieben, sondern bringt die Branche einmal mehr in Verruf.“ 


  • Westdeutsche Allgemeine


Wertschätzung für Arbeit


„(...) Auch wenn es in der Praxis an manchen Stellen noch hakt, ermöglicht der Mindestlohn eine neue Wertschätzung für Arbeit, die sich Unternehmen und Kunden durchaus etwas kosten lassen können.“ 
 


  • Der Tagesspiegel


Mythen der Arbeit


„(...) Nach 100 Tagen Mindestlohn hat sich die Aufregung gelegt, die düsteren Szenarien haben sich nicht bewahrheitet – und die lautstarken Warner müssen sich von ihren Kollegen heftige Kritik anhören. (...) Die „ordnungspolitische Kernschmelze“, vor der etliche Ökonomen gewarnt hätten, sei „nicht eingetreten“, sagt der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, Joachim Möller.“ 
 


  • Handelsblatt


Alles nach Wunsch


„Nahezu alle Forscher waren sich einig: Viele Jobs würde der Mindestlohn kosten. Schätzungen reichten von einigen 10.000 bis zur Ifo-Prognose von langfristig 900.000 Arbeitsplätzen, die auf dem Spiel stehen. Nun sieht es so aus, als träte das Gegenteil ein: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist gegenüber 2014 um 585.000 auf 30,32 Millionen gestiegen.“

  • Rheinische Post


Unsinnige Horrorszenarien


„Die Wirtschaft geht daran nicht zugrunde. Natürlich nicht. Die Horrorszenarien einiger Ökonomen waren und sind Unsinn.“

  • Lausitzer Rundschau

Zweifelhafte Empörung


„Wahr ist allerdings auch, dass die Dokumentation über Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit des Personals schon lange vor der Einführung des Mindestlohns zu den gesetzlichen Pflichten von Arbeitgebern gehörte. Ob dies in der Vergangenheit immer beachtet wurde, ist eingedenk der jetzigen Empörung zweifelhaft. Bleibt noch die Tatsache, dass die Mindestbezahlung zu Preisanhebungen etwa im Taxigewerbe und bei anderen Dienstleistungsbranchen geführt hat. Aber das ist auch der Preis für ein bisschen mehr gesellschaftliche Gerechtigkeit. Denn überall billig einkaufen und gleichzeitig maximal verdienen - diese Rechnung kann nicht aufgehen.“

  • Saarbrücker Zeitung


Erstaunlich gut gestartet


„Noch bevor der Mindestlohn im Gesetzblatt stand, wurde kräftig draufgehauen. Von der Wirtschaft, von Teilen der Union. Auch danach ging und geht es munter weiter. „Jobkiller“ und „Bürokratiemonster“ sind Schlagwörter dieser Kampagne. Gemessen daran ist der Mindestlohn allerdings erstaunlich gut gestartet. Es fahren weiter Taxen durchs Land, Friseure bieten immer noch ihre Dienste an, aus den Restaurants sind die Kellner und Küchenhelfer nicht verschwunden. Kurzum, sämtliche Horror-Szenarien haben sich als haltlos erwiesen. Jedenfalls nach aktuellem Stand.“

  • taz - die tageszeitung


Mindestlohn ist erfolgreich


„Der neue Mindestlohn in Deutschland ist erfolgreich – darüber sind sich viele KennerInnen des Arbeitsmarktes einig.“

  • Stuttgarter Zeitung


Klagen ohne eindeutige Belege


„Das Klagelied der Mindestlohn-Gegner ist vielstimmig, doch kaum ein Branchenverband präsentiert eindeutige Belege etwa für höhere Preise und Jobverluste.“

  • Sächsische Zeitung


Günstiger Zeitpunkt 


„Es stimmt, dass einige Preise wegen des Mindestlohns steigen: zum Beispiel für Taxi, Friseur und Bäcker. Doch insgesamt ist die Inflationsrate niedrig, die Arbeitslosigkeit sinkt – der Zeitpunkt für den Mindestlohn ist günstig.“

  • Badische Neueste Nachrichten

Den Schrecken verloren


„100 Tage nach seiner Einführung hat der gesetzliche Mindestlohn einiges von seinem Schrecken verloren. Mit Ausnahme einiger strukturschwacher Regionen in Ostdeutschland ist er kein Jobkiller, kein Preistreiber und auch keine Konjunkturbremse.“   Von spd.online.de

 

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