Liebe Heisfelderinnen, liebe Heisfelder, liebe Mitmenschen,.jpg)
Wir denken heute am Volkstrauertag wieder an die Opfer von
Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
Leider fällt auf unser Gedenken ein größer werdender Schatten.
Die Gleichgültigkeit gegenüber Menschen, die aktuell von Krieg
oder kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen sind, nimmt
zu.
Aber auch die Ablehnung der Unterstützung von Menschen, die
gegen ihren Willen mit Kriegshandlungen überzogen werden
und hilflos leiden, wächst.
Fast 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erleben
wir gegenwärtig in Deutschland eine von Widersprüchen und
Zerrissenheit geprägte politische Diskussion.
Es erreichen uns über die Medien täglich eine Vielzahl von
Bildern, die Krieg, Kriegsfolgen und menschliches Leid hautnah
erlebbar machen.
Einserseit ist nahezu unmöglich, sich dieser Berichterstattung
zu entziehen.
Ein Ende des Krieges in der Ukraine ist eben so wenig
absehbar wie das Ende der Auseinandersetzungen im Nahen
Osten.
Andererseits nimmt die Bereitschaft, Kriegsflüchtlinge
aufzunehmen und die Ukraine in ihrem Abwehrkampf mit
militärischen und zivilen Gütern zu unterstützen, ab.
Das Gedenken am Volkstrauertag ist zugleich von der tiefen
Hoffnung geprägt, dass sich solche Ereignisse nicht
wiederholen mögen.
Wir Menschen brauchen eine Utopie des weltweiten friedlichen
Zusammenlebens, um die drängenden Probleme auf unserer
Erde mit Zuversicht anzugehen und nachhaltig lösen zu
können.
Kein Krieg kann jemals wirklich gewonnen werden. Auch auf
den Seiten der vermeintlichen Gewinner ist Krieg unteilbar mit
großem menschlichen Leid verbunden.
Ungleich schwerer wiegen die Verluste auf Seiten der
Besiegten.Krieg tötet unzählige Menschen, Soldaten und
Zivilisten.
Er hinterlässt bei sehr vielen Menschen schwere körperliche
Schädigungen, die niemals vollständig überwunden werden
können.
Die Zerstörungen von Natur und Lebensraum sind
außerordentlich gravierend und beeinträchtigen die
Lebensmöglichkeiten von Pflanzen, Tieren und Menschen über
lange Zeiträume.
Die Hoffnung auf ein friedliches Miteinander aller Menschen auf
dieser Erde ist eine große Utopie. Und gewiss nicht einfach zu
verwirklichen.
Dazu können wir einen kleinen Teil beitragen. Hier in Leer und
wo immer wir uns aufhalten werden.
Wir wollen im zugewandten, respekt- und verständnisvollen
Umgang mit den Menschen, mit denen wir Kontakt haben,
Zeichen setzen.
Wir sind bereit, Verantwortung für unser Handeln zu
übernehmen.
Das Gedenken an das Vergangene wird so zur Hoffnung auf
eine bessere Zukunft.
Es soll uns Kraft geben, gemeinsam die Zukunft für die
Menschen auf dieser Erde lebenswert zu gestalten.
Ortsvorsteherin Beate Stammwitz
