Mehr Lohngerechtigkeit! Endlich!

Veröffentlicht am 07.10.2016 in Bundespolitik

Spitzentreffen der Koalition

Die Blockade der Union ist durchbrochen – die SPD hat sich durchgesetzt. Es wird ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit geben. „Damit gelingt uns ein weiterer Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft“, sagte Frauenministerin Manuela Schwesig am Donnerstag in Berlin.

Hintergrund der SPD-Initiative ist, dass immer noch Frauen in Deutschland bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit weniger verdienen als Männer. Damit soll jetzt Schluss ein. Auch für Alleinerziehende und andere Familien mit Kindern wurden Verbesserungen durchgesetzt.

Rund ein Jahr vor der Bundestagswahl ist es der SPD bei Beratungen der großen Koalition im Kanzleramt gelungen, weitere wichtige Verbesserungen durchzusetzen. Nach dem Mindestlohn und der Quote ist nun der Weg frei für das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit. „Dafür haben wir lange gekämpft und auf das Ergebnis bin ich stolz!“, sagte Schwesig.

Darum geht es:

  • Beschäftigte bekommen Anrecht auf Auskunft: Künftig haben mehr als 14 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten ein einklagbares Recht zur Offenlegung der Gehälter. Sie sollen in Erfahrung bringen können, ob sie für ihre Arbeit gerecht bezahlt werden. Ist dem nicht so, besteht ein Anspruch auf Nachzahlung.

     
  • Prüfverfahren wird in Betrieben eingeführt: Unternehmen werden aufgefordert, regelmäßig zu prüfen, ob und wo Frauen systematisch benachteiligt werden. Diese Prüfung ist für tarifgebundene Unternehmen freiwillig, für alle anderen Unternehmen ab 500 Beschäftigten sollen sie Pflicht werden.
 

Durchbruch bei Lohngerechtigkeit für Frauen

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann wertete die Ergebnisse der Sitzung als Zeichen gegen Politikverdruss und Populismus. Man habe gezeigt, dass man ein Jahr vor der Bundestagswahl noch in der Lage ist, praktische Politik für die Menschen zu machen. „Wir wollen jetzt noch nicht Wahlkampf machen“, sagte er.

Die Vereinbarung zur Lohngerechtigkeit sei für 14 Millionen betroffene Beschäftigte „ein großer Schritt nach vorn“. Frauen würden derzeit immer noch teilweise erheblich bei der Lohngestaltung benachteiligt.

Bisher bildet Deutschland bei diesem wichtigen Gerechtigkeitsthema das Schlusslicht in Europa. Es sei noch „ein weiter Weg“, bis Frauen genauso bezahlt werden wie Männer, sagte so auch Frauenministerin Schwesig. Sie kündigte an, sich gemeinsam mit den Gewerkschaften für die Aufwertung typischer „Frauenberufe“ in der Erziehung und Pflege einzusetzen.

Kinderzuschlag für Geringverdiener steigt

Auch für Familien und ihre Kinder - und besonders für Alleinerziehende - konnte die Bundesministerin Verbesserungen durchsetzen. Geringverdienende Eltern erhalten zukünftig für ihre Kinder 362 Euro monatlich. Im Kampf gegen die Kinderarmut hat die Bundesregierung bereits im Juli den Kinderzuschlag um 20 Euro angehoben. Nun wird er um weitere 10 Euro erhöht. Damit liegt der Kinderzuschlag für Geringverdienende, der zusätzlich zum Kindergeld gezahlt wird, zukünftig bei 170 Euro. "Wir verbessern die Situation von 250.000 Kindern", betonte Schwesig.

Längere Unterstützung Alleinerziehender

Außerdem werden Kinder von Alleinerziehenden künftig länger staatlich unterstützt, wenn der andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt. Schwesig setzte durch, dass die Begrenzung der Bezugsdauer auf bislang sechs Jahre abgeschafft wird. Des Weiteren wird die Altersgrenze für den Unterhaltsvorschuss von bisher 12 auf 18 Jahre erhöht.

 

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