Wirtschaftsweise fordern Rente mit 71 !!

Veröffentlicht am 04.11.2016 in Bundespolitik

Rente mit 65,67,69,71 Jahren ?

Wer bietet mehr ?

Im am Mittwoch von den Wirtschaftsweisen

vorgestellten Jahresgutachten liegt das

Hauptaugenmerk wieder einmal auf der

demografischen Entwicklung.

Bis zum Jahr 2080 prognostizieren die

Herren, sitzend in ihren Elfenbeintürmen,

das Renteneintrittsalter auf 71 Jahre.

Sie sehen in der demografischen Entwicklung das

Ende unserer Sozialsysteme und somit die Zukunfts-

fähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährdet.

Bei sachlicher Betrachtung ist erst einmal festzu-

stellen : Toll, wir werden älter und bleiben länger

mobil und aktiv. Dies ist eine gute Sache und sollte

viel öfter betont werden.

Natürlich bringt dies einige Herausforderungen mit

sich, aber es ist nicht der Untergang des Abend-

landes. "Immer weniger Erwerbstätige müssen immer

mehr Ruheständler finanzieren" ist die Schreckens-

meldung der letzten Jahre.

Nur hierbei ist zu bedenken,für die Finanzierbarkeit

unserer Sozialsysteme ist nicht die Zahl der Arbeit-

nehmer entscheidend, sondern die Leistungsstärke

der deutschen Wirtschaft. Das ist die Basis des

Wohlstands. Zwischen 1995 und 2014 ist das

deutsche Bruttosozialprodukt um gut ein Viertel

gewachsen, ohne dass dafür mehr menschliche

Arbeitskraft benötigt wurde. Im Jahr 2014 wurde

also mit gleich viel Arbeitsaufwand deutlich mehr

hergestellt als vor ca. 20 Jahren. Das ist die oft

bei Diskussionen vergessene Produktivitätssteigerung.

Sie wird in den kommenden Jahren noch einmal deut-

lich zunehmen, da im Zuge der Digitalisierung der

Wirtschaft weiteres Wachstum  möglich wird.

Die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung,

gemessen an der Wirtschaftsleistung, lagen 2013

ziemlich genau auf dem Niveau von 1993. Seit dem

Jahr 2000 sind sie sogar von 10,5 auf 9,7 Prozent

des Bruttoinlandsprodukts gesunken, d.h. die Ge-

sellschaft gibt einen immer kleineren Teil ihres

Reichtums für Renten aus.

Diese Verteilung des Reichtums ist letztendlich eine

Frage der politischen Prämissen. Es geht darum, in

was für einer Gesellschaft wir leben wollen !

Ich plädiere für eine Gesellschaft, die auf den

Grundprinzipien der Solidarität aufgebaut ist, in der

keiner Angst haben sollte im Alter in die Armut

abzugleiten, nur weil das Geld fehlt. Daher finde

ich die Antworten der Wirtschaftsexperten zur Rente

nicht sehr weise.

Horst Bohlen

 

 

 

 

SPD Ortsverein-Heisfelde-Nüttermoor

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Willy Brandt, 15. September 1992

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